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Olvenstedter Zukunftsprojekt räumt in Berlin ersten Preis ab

Die Olvenstedter Jugendfeuerwehr hast gestern Abend den ersten Preis im Wettbewerb „Visionen für Regionen“ und 1500 Euro Preisgeld abgeräumt. Axel Noack, Bischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland und Jurymitglied des Wettbewerbs für Jugendliche in Ostdeutschland, hielt im Saal der Berliner Stadtmission vor rund 400 Zuuhörern die Laudatio. Noack hob die tollen Ideen der Olvenstedter und ihre Verbundenheit zum Stadteil hervor, der außerhalb allzu oft nur negativ wahrgenommen werde.


Von Robert Richter und Sven Holste
 „Mondlandschaften“ schrieben die Jugendlichen plakativ über ihre Stadtteilanalyde: „Neu-Olvenstedt – ein Wohnviertel, das erst seit 1980 existiert, so alt ist, wie einige von uns. Es lebten bis zu 30.000 Menschen hier. Heute erfolgt der Abriss ganzer Straßenzüge. So jung zu sterben – das will keiner. Wir sind hier geboren und wollen etwas tun!“
Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Olvenstedt starteten eine Zeitreise ins Jahr 2020: Neu-Olvenstedt ist ein Wohnviertel mit positivem Image für Jung und Alt. Der Stadtteil bietet viele Frei- und Aktionsräume, in denen man etwas erleben kann – ohne zu bezahlen, aber für die Erhaltung arbeitet man mit. Beispiel: eine halbe Stunde ehrenamtlicher Arbeit für zwei Stunden Spiel und Spaß. Bunte Hausfassaden prägen das Viertel. Es gibt einen Badesee, Kletterbereiche, viel Jugendkulzur. Und Mehrgenerationenhäuser, in denen Jung und Alt zusammentreffen, voneinander lernen, sich gegenseitig helfen. Alles Visionen von jungen Olvenstedtern, zusammengetragen in einem Projekt der Jugendfeuerwehr. Diese reichten sie beim Wettbewerb „Visionen für Regionen“ ein.
Die Stiftung demokratische Jugend hatte den Ideenwettstreit ausgeschrieben, will damit Jugendliche in Ostdeutschland motivieren, Wünsche, Hoffnungen, Träume und Ideen für die eigene Region zu entwickeln. Die Initiatoren hatten gefragt: Was müsste sich ändern, damit ihr in Zukunft gerne in eurer Heimat bleibt oder in diese wieder zurück kommt?
Als sie von dem Wettbewerb hörten, waren Mitglieder der Olvenstedter Jugendfeuerwehr eher skeptisch, berichtet Jugendfeuerwehrwartin Uta Siedentopf rückblickend. „Ideen gab es sehr viele, das Problem war die Herangehensweise“, so die Leiterin der Jugendfeuerwehr. Man einigte sich auf ein Modell, das die Jugendlichen mit Bildern des im Umbau befindlichen Stadtteils dekorierten und dabei ihre Vorstellungen greifbar machten.
Wie viele Stunden recherchiert, telefoniert, fotografiert, gesägt und geklebt wurde, kann niemand so richtig aufzählen. Zum Abgabetermin am 15.Dezember 2008 war alles jedoch fertig. „Es war erstaunlich, mit welch offenem Blick die Mädchen und Jungen an die Realisierung ihrer Ideen gegangen sind. Man selbst konnte immer neue Ecken und Winkel erkennen, denen die Jugendlichen Leben einhauchten“, berichtet Wehrleiterin Annette Siedentopf.
Sie begleitete gestern eine Abordnung der Olvenstedter Jugendfeuerwehr zur Abschlussveranstaltung nach Berlin. Dort hatten die Magdeburger allen Grund zum Jubeln. Der Olvenstedter Feuerwehrnachwuchs war lediglich informiert worden, dass dort der Abschluss sein würde und die besten zehn Visionen geehrt werden, doch mit dem ersten Platz hatte niemand gerechnet, zumal alle Ideen aus den fünf ostdeutschen Bundesländern erst einmal an der Jury vorbei mussten. Zu diesem Gremium gehörten unter anderm VIVA-Moderator Klaas Heufer-Umlauf, Bischof Axel Noack, mdr- Moderator Jens Hänisch und die Präsidentin des Thüringer Landtages Prof. Dr. Dagmar Schipanski.
Für die 1500 Euro Preisgeld haben die pfiffigen Olvenstedter Jugendlichen natürlich auch schon eine Idee: Das Geld soll für die Einrichtung der Räume für die Jugendfeuerwehr im hoffentlich bald entstehenden neuen Gerätehaus aufgehoben werden.

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