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Allgemeine Info´s

Pfarrer ruft Feuerwehr zu: "Löscht nicht das Feuer des Engagements!"

(Dienstag, 12.05.2009)
Zünftiges Treiben rund um die Kirche und Wettlauf durch Alt-Olvenstedt: Mit dem 1. Florianstag gab die Freiwillige Feuerwehr am Sonnabend ihrem Schutzpatron die Ehre. "Es wäre schön, wenn dieser Tag zu einer jährlichen Tradition in unserem Stadtteil werden würde. Den Startschuss haben wir gegeben", sagte Olvenstedts Feuerwehrchefin Annette Siedentopf.



Alt-Olvenstedt. So viele Glücksbringer auf einmal sind selten zu sehen. Die versammelte Schornsteinfegerinnung lief am Sonnabendvormittag auf, um mit den Olvenstedter Feuerwehrleuten die Festveranstaltung zu begehen. Auch Vertreter anderer Zünfte und Innungen, die den Heiligen Florian als Schutzpatron haben, zogen mit in die St.-Laurentiuskirche ein.

Schließlich ist Florian nicht nur für die im Volksmund als "Floriansjünger" bekannten Rettungskräfte der Schutzheilige, sondern für alle Berufe, die mit Feuer und Wasser zu tun haben. Schornsteinfeger, Bäcker, Schmiede, Schnapsbrenner, Bierbrauer oder Töpfer vertrauen dem Schutz des Heiligen Florians, erläuterte Dieter Mai vom Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Olvenstedt in seinem Vortrag über "Historische Wahrheit und fromme Legende".

Der Überlieferung nach soll Florian, in der Nähe von Wien geboren, als Knabe einen Hausbrand mit einem winzigen Kübel Wasser gelöscht haben. Weiterhin soll ein Köhler in einem brennenden Meiler unversehrt geblieben sein, nachdem er Florian zu Hilfe gerufen hatte.

Die Zuhörer erfuhren von Dieter Mai auch, warum der Schutzpatron als römischer Legionär dargestellt wird. Florian, dessen Geschichte sich etwa in der Mitte des 3. Jahrhunderts abspielte, schlug eine Offizierslaufbahn im römischen Heer ein. Später wurde er zum Märtyrer: Während der Christenverfolgungen des römischen Diktators Diokletian gefasst, wurde der bekennende Christ dann mit einem Mühlstein um den Hals im Wasser der Enns ertränkt.

Der eine Woche zuvor off ziell in den Ruhestand verabschiedete Olvenstedter Pfarrer Dietrich Warner stellte seine kurze Andacht unter das Motto "Gemeinnutz geht vor Eigennutz". Er schlug den Bogen zum Namenspatron der Olvenstedter Dorfkirche St. Laurentius. Obwohl zu unterschiedlichen Zeiten auf der Welt, hätten Laurentius wie Florian sich "bis zur Schonungslosigkeit eigenen Wohlergehens" für ihre Mitmenschen eingesetzt. Warner dankte den "Floriansjüngern" für den Einsatz von Zeit, Kraft und Mut zum Wohle anderer. Er rief den Feuerwehrleuten zu: "Löscht nie das Feuer der Freude und des Engagements!"

Rüdiger Erben, Staatssekretär im Innenministerium, sagte in seinem Grußwort: "Wir leben in einer Gesellschaft, in der man eher zuschaut, als sich einsetzt." Deshalb sei es wichtig, dass das Engagement der freiwilligen Feuerwehren regelmäßig anerkannt werde. "Aber die Feuerwehr würde aussterben ohne Nachwuchs." Deshalb sei es wichtig, Kinder früh über Freizeitbeschäftigung an die Feuerwehr heranzuführen. Erben lobte die Olvenstedter: "Das wird hier in vorbildlicher Weise mit einem besonderen Engagement für Kinder und Jugendliche getan."

Magdeburgs Ordnungsbeigeordneter Holger Platz erinnerte an die vor drei Jahren geführte Diskussion über eine mögliche Fusion der Freiwillgen Feuerwehren Olvenstedt und Diesdorf. Die Diesdorfer prägten damals bei ihren Protesten gegen den Zusammenschluss den Spruch "Die Feuerwehr muss im Dorf bleiben!"

Platz griff den Ausspruch nun wieder auf: Auch die Feuerwehr Olvenstedt sei, wie sich auch mit dem Florianstag zeige, im Ort stark verankert und werde von der Bevölkerung getragen, bekannte der Beigeordnete.

Autor: Robert Richter (Magdeburger Volksstimme)




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